Akkulturation

Erlernen von Teilen eines zweiten oder weiteren Sets von kulturellen => Standards, nachdem man in seiner Kindheit bereits ein erstes Set solcher Standards (=> Enkulturation) erlernt hat.
Die erste Akkulturation ist besonders schwierig, weil hier zunächst akzeptiert werden muss, dass die Regeln, die (zu Hause) bisher immer galten, anderswo durchaus nicht gelten. Diese Relativierung der eigenen Erfahrung und Sicherheit aus der Enkulturation in Kindheit und Jugend kann sehr stark verunsichern, weshalb Akkulturation zunächst oft – und manchmal dauerhaft – verweigert wird.
Akkulturation löscht niemals die ursprüngliche Enkulturation aus – oft überdeckt sie diese nicht einmal völlig, sondern es bestehen neben den ursprünglichen Werten und Routinen weitere, neu erworbene Werte und Routinen, die – je nach Situation – mit diesen konkurrieren, und aus denen neben den alten und den neuen Formen auch => idiosynkratrische Mischformen entstehen können.

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